Sep Ruf
01/10/2009—22/11/2009


sep ruf zählt zu den bedeutendsten deutschen architekten im 20. jahrhundert. viele seiner entwürfe sind nicht nur von überragender qualität, sondern auch von unveränderter und überraschender aktualität. die verbindung von alter bausubstanz und modernem neubau bei der von ihm gestalteten münchner maxburg wird in nikolaus pevsners „lexikon der weltarchitektur“ als herausragende leistung des wiederaufbaus nach dem zweiten weltkrieg gewürdigt. rufs neubau der akademie der künste in nürnberg, in dem natur- und architekturraum miteinander verschmelzen, zählt neben der berliner philharmonie zu den wenigen juwelen der frühen deutschen nachkriegsarchitektur. die architektonischen und semantischen qualitäten, die seine arbeiten zu symbolen eines neuen, friedlichen und weltoffenen deutschlands gemacht haben, zeugen von der kraft, mit der architektur als raumschöpfung über sich hinausweisen kann. sein werk wird von fachleuten hoch geschätzt, im öffentlichen bewusstsein sind seine bemerkenswerten leistungen jedoch viel zu wenig verankert, nicht zuletzt, weil er sich selbst wenig um publizität und publikationen kümmerte.

in der ausstellung werden fotografien aus der entstehungszeit und dokumenten der gebäude großformatige, hochklassige neuaufnahmen des stuttgarter fotografen roland halbe gegenübergestellt. vergangenheit und gegenwart der architektur rufs sind damit gleichermaßen präsent.

die architekturgalerie am weißenhof zeigt teile der ausstellung des architekturmuseums der technischen universität münchen: sep ruf 1908–1982. moderne mit tradition. eröffnung der ausstellung mit einem vortrag von irene meissner (architekturmuseum der tu münchen)

 

 

 

ulm vs. frankfurt
17/06/2009 - 13/09/2009

architekturgalerie am weißenhof in stuttgart stellt in ihrer vierten ausstellung im rahmen des zyklus zeitenwende projekte für die innenstädte in frankfurt am main und ulm vor und zeigt, welche diskussionen darüber geführt wurden. eine ausstellung, die nicht nur die projekte als solche, sondern vielmehr die kultur des diskurses in den mittelpunkt stellt, auf deren basis sich erst das entwickeln kann, was als gebautes die städte später prägen wird.

ausgerechnet frankfurt am main, das unter den deutschen städten als am dynamischsten gilt, beabsichtigt die wiederherstellung des mittelalterlichen parzellenblocks am römer. die dafür erforderlichen flächen im historischen zentrum der stadt werden mit dem totalabriss des technischen rathauses (baujahr 1968) ab 2010 neu geschaffen. gegenwärtig gibt es die diskussion um die ‚neue altstadt’, bis hin zur totalrekonstruktion der bebauung vor der zerstörung im jahr 1944.

ganz anders in ulm. dort ist der diskurs zur neuverdichtung der innenstadt in unmittelbarer nachbarschaft des münsters abgeschlossen – mit einem bemerkenswerten bekenntnis zur zeitgenössischen architektur. eine perlenkette von neuen gebäuden schließt die breite, ehemalige verkehrsschneise der nachkriegszeit.
 

 

 

 

folkekoebberling

folke köbberling, martin kaltwasser
common locally rooms
09/04/2009 - 07/07/2009

 

das künstlerpaar folke köbberling und martin kaltwasser holt ans licht, was im andauernden umbau der stadt verbraucht und verschlissen, zugeschüttet und weggeworfen wird – materialien, die ohne weiteres wiederverwendet werden können. sie verstehen die stadt nicht als ein ideal, das sich irgendwann einmal in einem aus objekten bestehenden ensemble vollendet, sondern verstehen unter stadt einen prozess, der sich im werden und vergehen vollzieht und zu dem auch der kreislauf der materialien gehört. aus restmaterialien erstellen sie gestalterisch fein austarierte arbeiten. sie machen sichtbar, dass der streit um die objekte der stadt potenziale blockiert, die aber nicht blockiert bleiben müssen. sichtbarer teil ihrer arbeit ist der soziale und informelle prozess, mit dem der raum der stadt aneignet werden kann. köbberling kaltwasser aktivieren damit das engagement von menschen, die ihre umwelt gestalten wollen – auch dies ein potenzial, das zu gering geachtet wird. gemeinsam mit jugendlichen und erwachsenen errichten köbberling und kaltwasser gemeinschaftsräume aus vermeintlichem abfall. in den diskussionen um das bild der stadt lenken sie den blick weg von den teuren prestigeobjekten auf tabus, ausschlussmechanismen und restriktive regeln im öffentlichen raum der stadt.

die architekturgalerie am weißenhof zeigt in ihrer dritten ausstellung im rahmen des zyklus zeitenwende eine installation mit mustern wiederverwertbareren baumaterials von köbberling kaltwasser und projekte der künstler aus zürich und cambridge

 

 

 

Einladung_Stadtschloss-2

wiederaufbau berliner stadtschloss
wettbewerb humboldt-forum
04/02/2009 – 29/03/2009

 

gerade ist der internationale realisierungswettbewerbs mit dem vollständigen titel
‚wiedererrichtung des berliner schlosses – bau des humboldt-forums im schlossareal berlin‘ zu ende gegangen. in der ersten runde hat die jury unter der leitung vom vittorio magnago lampugnani 85 arbeiten beurteilt und 30 für die zweite runde empfohlen. aus diesen hat die jury ende november 2008 einen 1. preis, vier 3. preise und einen sonderpreis ermittelt.
mit diesem ergebnis ist der kontrovers diskutierte und medial viel beachtete wettbewerb für den zentralen ort in berlin beendet

die architekturgalerie am weißenhof zeigt in der zweiten ausstellung im rahmen des zyklus ‚zeitenwende’ das komplette ergebnis aller an der zweiten runde des wettbewerbs beteiligten arbeiten.

eröffnung der ausstellung mit vortrag von arno lederer (jurymitglied) am mittwoch, 4.2.2009, 19.00 uhr im vortragssaal altbau der staatlichen akademie der bildenden künste stuttgart, am weißenhof 1, 70191 stuttgart.

 

 

 

Einladung_V_Dlang-2

studie plus
frédéric druot, anne lacaton

& jean-philippe vassal
11/12/2008 - 25/01/2009

 

in der studie «plus» untersuchen die französischen architekten druot, lacaton & vassal möglichkeiten zur modernisierung des sozialen wohnungsbaus und weisen an wohntürmen der 60er und 70er jahre beispielhaft nach, dass ihre strategie des «räumlichen mehrwerts» eine sanierung für weniger als die kosten von abriss und neubau ermöglicht. mit geringem materialeinsatz lassen sich die grundrisse aufwerten und an heutige wohnvorstellungen anpassen; durch anbau von loggien aus vorgefertigten elementen transparenz und räumliche großzügigkeit schaffen und so, ohne umsetzen der bewohner, unzulänglichkeiten der ursprünglichen planung korrigieren. im respektvollen umgang mit dem erbe der moderne nutzen die architekten das potential der türme, anstatt sie zu stigmatisieren – transformation statt sprengung ist die prämisse mit der sie die moderne weiterbauen. die architekturgalerie am weißenhof zeigt ergebnisse der studie und stellt aktuelle projekte vor, die sich nach mediations- und partizipationsprozessen mit den bewohnern, in der planung oder bereits in der ausführung befinden.